Frettchenhilfe im Allgäu

Erziehung

Frettchen sind nur bedingt erziehbar, vergleichbar mit Katzen, nur noch etwas sturer. Sie werden selten zu 100% stubenrein und damit sollte man zurechtkommen. Frettchen zwicken auch mal, das ist ihre Art jemanden zum Spielen aufzufordern (mehr dazu unter Frettchensprache). Beißen und völlige Unreinheit ist wieder etwas anderes.


Beißen / Zwicken

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(Bisswunden von ängstlichen und unerzogenen Frettchen die bei uns abgegeben wurden. Durch unsere Erziehung haben sie nie wieder gebissen)


Die Frettchenhaut ist um ein vielfaches dicker als Menschenhaut. Wer Frettchen schon mal beim Spielen zugesehen hat, weiß wie rabiat das aussieht. Frettchen müssen erst lernen, dass unsere Haut nicht so dick ist. Oft liegt das Problem allein an der Haltung. Frettchen die nicht genügend Platz und Beschäftigung haben, können ihre Energie nicht loswerden. Sie stauen diese an und werden oft frustriert und aggressiv (mehr dazu unter Haltung). Besonders Welpen (bis zum 12. Lebensmonat) sind oft in der Rüpelphase sehr "erziehungsresistent", dort braucht es einen langen Atem und viel Durchhaltevermögen, weshalb wir Anfängern immer zu bereits erzogenen, kastrierten und lieben Tieren raten. Bitte die Frettchen niemals mit Handschuhen händeln, das verstärkt das Verhalten nur.

Bei der Erziehung muss es Regeln geben, an die sich auch der Besitzer halten muss. Man muss klare Grenzen setzen. Ein bestimmtes lautes "NEIN" bedeutet, dass sie es nicht dürfen, z.B. absichtliches Beißen, oder auch nicht mehr loslassen. Ein lautes "AU" bedeutet, dass sie zu grob waren beim Spielen. Beide Male sollte das Verhalten "bestraft" werden, indem man das Spielen sofort einstellt und sich von ihnen abwendet, in die „stille Ecke“ setzt und ein Weilchen ignoriert, oder kurz das Zimmer verlässt.
In jeder Situation unbedingt ruhig bleiben, die Hand oder den Fuß nicht wegziehen oder herumhampeln! Das animiert sie sonst eher noch mehr zum Zwicken und sie merken, dass sie etwas bewirkt haben.

Beißt sich das Frettchen fest und lässt nicht mehr los, hilft meist nur noch der "Katzengriff" im Nacken. Wenn das nicht hilft, dann einen Eisstiel vorsichtig zwischen den Kiefer schieben und auf die Zunge drücken. Wenn das Frettchen kein Wasser mag, mit einem Bestäuber besprühen.
Keinesfalls körperliche Gewalt! Das Frettchen nie schlagen! Dazu gehört auch ein Klaps!!

Manche Frettchen mögen auch den Geruch von gewissen Deos, Hautcremen, etc. nicht, weshalb sie zubeißen können.

Manche Frettchen beißen auch aus Angst oder Unsicherheit. Bei ängstlichen Frettchen ist es sehr wichtig Vertrauen zur Hand aufbauen und keinesfalls zu bedrängen oder etwas zu erzwingen:

  • Die Frettchen immer vorwarnen, wenn man den Raum betritt und mit ihnen reden.
  • Die geballte Faust hin halten und das Frettchen schnüffeln lassen. Wenn es nicht zwickt oder beißt, sofort mit einem Leckerlie das gute Verhalten belohnen und mit der Stimme loben. Sollte es doch zwicken, tut es mit der Faust nicht sehr weh, da sie dort keinen Halt zum Biss finden. Sofort mit einem bestimmten „Nein“ das Verhalten korrigieren, die Hand jedoch nicht weg ziehen. Denn das ängstliche Frettchen möchte mit seinem Verhalten ja erreichen, dass man geht. 
  • Das Futter viel aus der Hand geben, damit die Hand zu etwas Positivem wird. 
  • Bei Abwesenheit das Radio laufen lassen, so gewöhnen sie sich an Geräusche.
  • Viel mit Katzenangeln spielen, so können sie auf Abstand bleiben und verknüpfen Spiel und Spaß mit dem Menschen.
  • Zeit lassen spielt da eine sehr wichtige Rolle, das Frettchen wird sich nicht über Nacht ändern.

In schwierigen Fällen empfehlen wir eine Beratung bei euch Zuhause, denn jedes Tier ist individuell. Auch können wir die Tiere zur Erziehung bei uns aufnehmen. Für Näheres einfach eine Anfrage über unser Kontaktformular stellen.


Stubenreinheit

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(hier war sehr viel Toilettentraining notwendig)

Da Frettchen einen sehr kurzen Verdauungstrakt haben setzen sie ca. alle 4 Stunden Kot und Urin ab. Meistens nach einem ausgiebigen Schläfchen. Dann sollte man sie sofort in die Katzentoilette setzen. Wenn sie dann ihr Geschäft verrichtet haben, "Brav" sagen und mit Leckerchen belohnen. Dass Frettchen ein Häufchen absetzen wollen, merkt man, wenn sie rückwärts in eine Ecke "einparken" und ihre Rute anheben. Dann schnell reagieren, in die Toilette setzen und belohnen. Wenn man es zu spät bemerkt und der "Unfall" schon passiert ist, dann bringt es nichts es nachträglich zu schimpfen, denn das Frettchen hat schon lange wieder vergessen, dass es daneben gemacht hat.

Am Anfang am Besten in jede Ecke des Raumes ein Klo stellen. Frettchen sind faul und möchten nicht weit bis zur nächsten Toilette laufen. Oft suchen sich die Frettchen auch "ihren" Ort selbst aus. Dann dort ein zusätzliches Klo hinstellen. Auch Kuscheldecken an Orten wo sie hin machen, oder dort verstreutes Futter halten sie oft ab, weiter ihr Geschäft neben dem Klo zu verrichten. Umso sauberer alles gehalten wird, desto eher werden die Frettchen auch stubenrein. Urin und Kot der daneben geht sollte man immer so schnell wie möglich entfernen und mit einem Enzymreiniger nachwischen (z. B. Biodor Animal).

Frettchen mögen nicht jedes Katzenstreu und auch nicht jede Toilette. Deshalb sollte auf das Gewohnte zurückgegriffen werden, oder man probiert aus. Frettchen mögen gerne große flache Toiletten, hohe Toiletten werden nicht so gerne angenommen. Pflanzschalenuntersetzer oder Schuhabtropfschalen eignen sich hier besonders gut.

Wir benutzen das "Super Benec plus" Katzenstreu auf Maisbasis. Dieses kann bedenkenlos über die Toilette entsorgt werden, da es sich wie Klopapier auflöst. Es ist sehr ergiebig und geruchsbindend, staubt kaum und die Frettchen nehmen es bei uns sehr gut an. Generell ist es empfehlenswert, Streu auf Pflanzenbasis zu verwenden, da Frettchen auch manchmal Fleisch im Klo bunkern, es mit Streu panieren und nachher fressen. Herkömmliches Streu besteht zumeist aus Bentonit (Gestein), welches bei Aufnahme zu Darmverschluss führen kann, zudem ist der Staub auch schlecht für die Atemwege. 

 
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