Frettchenhilfe im Allgäu

PFLEGE / IMPFEN / CHIPPEN / KASTRIEREN

PFLEGE

Regelmäßige Pflege der Krallen, Ohren und des Fells sind wichtig für die Gesundheit der Tiere.

Krallen

Nach Bedarf schneiden.
Die Krallen können mit einem herkömmlichen Krallenschneider für Kleintiere (Größe S) geschnitten werden. Dabei sollte nur die Kralle und nicht in das "Leben" (Blutgefäße in der Kralle) geschnitten werden. Sollte dies trotzdem mal aus Unachtsamkeit passieren, kann Vaseline oder Kernseife zum Stillen der Blutung helfen. Am besten etwas Paste auf den Bauch des Frettchens schmieren und während das Tier die Paste ableckt, die Krallen schneiden, so ist die Prozedur stressfrei.



Ohren

Wenn Dreck zu erkennen ist, vorsichtig mit einem in warmes Wasser getunkten Wattestäbchen oder einem milden Ohrreiniger (z.B EpiSqualan) reinigen. Nicht zu tief in die Ohrmuschel vordringen!
Bei starker Verschmutzung haben die Tiere möglicher Weise Ohrmilben (mehr dazu unter Krankheiten).



Fell

Das Fell sollte keine Verklebungen oder extrem verschmutzte Stellen aufweisen.
Frettchen sollten grundsätzlich nicht gebadet werden!
Ein Bad ist nur unter extremer Verschmutzung mit Kot, Urin oder Dreck anzuraten. Unnötiges Baden würde die natürliche Fettschicht der Haut zerstören und Frettchen riechen danach umso strenger. Bitte, wenn nötig, NUR lauwarmes Wasser und KEIN Shampoo oder Duschgel verwenden! Langhaarfrettchen sollte man regelmäßig bürsten.

IMPFEN

Ab der 10. Lebenswoche werden Welpen grundimmunisiert, vorher sollten sie auch nicht von der Mutter und Geschwistern getrennt werden. Wird ab 8 Wochen schon geimpft, muss die Impfung mit der 12. Woche noch einmal wiederholt werden.

Mit 10 Wochen:
Staupe: (mehr dazu unter Krankheiten)
jährlich oder nach Titer-Bestimmung

  • Febrivac Dist


Mit der 12. Lebenswoche:
Tollwut (mehr dazu unter Krankheiten)
alle 3 Jahre

  • Nobivac T
  • Rabisin
  • Vanguard R


(Nur die oben genannten Impfstoffe sind offiziell in Deutschland als Frettchen-Impfstoffe anerkannt)

Andere Impfungen sind möglich, jedoch normalerweise nicht nötig.

CHIPPEN

Frettchen kommen schnell mal abhanden, eine Registrierung mit der Chip Nummer ist ratsam (z.B Tasso, Tierschutzbüro). Dabei sollte ein Kleintier-Chip eingesetzt werden, der für Katzen oder gar Hunde ist zu groß.

KASTRIEREN

Die Kastration ist unumgänglich, wenn man nicht vor hat zu züchten (und das sollte man wirklich erfahrenen Züchtern überlassen, so einfach ist das nicht! Mehr dazu unter Das Frettchen / Zucht / Farben / Genetik).
Frettchen werden mit zwischen 6-12 Monaten geschlechtsreif (Bei einer Pärchenhaltung bitte so früh wie möglich trennen und chemisch oder operativ kastrieren, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern!)

Bei den Rüden senken sich die Hoden sichtbar ab, sie markieren, fangen an sehr streng zu riechen und zeigen "Paarungsverhalten“ an allen Partnern (Nackenbiss, umherschleifen des Partners).
Bei Fähen schwillt die Vulva langsam an, weißer schleimiger Ausfluss ist zu sehen, sie riechen strenger und sind meist sehr "zickig".

Operative Kastration

Diese bitte erst ab einem Alter von 10 Monaten, da der Körper sonst noch nicht ausgewachsen ist! Eine zu frühe Kastration steht im Verdacht Nebennierentumore zu begünstigen (alternativ: chemische Kastration).
Beim Rüden werden beide Hoden entfernt. Er ist nach der Kastration jedoch noch 6-8 Wochen zeugungsfähig!
Bei Fähen werden Eierstöcke (bei Entartungen der Gebärmutter auch diese) entfernt. Das verhindert die lebensbedrohliche Dauerranz (mehr dazu unter Krankheiten). Eine Sterilisation ist NICHT ausreichend, bei dieser kann die Fähe trotzdem in eine Dauerranz verfallen!

Nach der  Kastration sollten die Tiere 2-7 Tage (je nach Gesundheitszustand) einzeln gesetzt werden und sich nicht viel bewegen, damit die Wunde gut verheilen kann.

Narkose:
Frettchen sind sehr empfindlich was Betäubungen angeht. Auf Grund ihres Tauchreflexes sind schon viele während einer Narkose verstorben (erstickt).
Frau Dr. Anita Schernthaner hat eine Narkose speziell für Frettchen entwickelt. Die Rezeptur ist in nahezu allen tierärztlichen Fachbüchern zu finden.

Chemische Kastration

Der Chip wird meist bei frühreifen Tieren (unter 10 Monate) gesetzt, die noch zu jung für eine Kastration sind.
Es handelt sich um einen Hormonchip (Suprelorin Chip 4,7mg), der zwischen die Schulterplatten gesetzt wird und die Produktion von Testosteron verhindert. Er hat eine Wirkdauer von mindestens 8 Monaten bis 3 Jahre (in vielen Fällen auch weitaus länger) und muss danach erneut gesetzt werden.
Bei beiden Geschlechtern sollte man diesen erst ab einem Alter von 7 Monaten setzen lassen. Wobei anzumerken ist, dass der Hormonchip nur für Rüden zugelassen ist.

Rüden:
Erst nach dem vollständigen Absenken beider Hoden, da diese sonst wieder in die Bauchhöhle zurück rutschen können.
Die Rüden sind noch bis zu 6-8 Wochen zeugungsfähig.
Das Sexuelle Verlangen/ Interesse lässt nach ungefähr 2-6 Wochen nach.
Der Suprelorin Chip ist nur für Rüden auf Dauer geeignet, doch auch bei diesen kann er zu unerwünschten Nebenwirkungen führen z.B  Vergrößerung der Prostata.

Fähen:
Der Chip darf nur außerhalb der Ranz (noch keine Vulvaschwellung, Ranzgeruch) gesetzt werden, sonst kann er zu einer Dauerranz (mehr dazu unter Krankheiten) führen, deshalb ist er auch keine Therapiemöglichkeit mehr bei Frettchen in der Dauerranz. Man könnte die Fähe mittels einer Hormonspritze aus der Ranz/Dauerranz holen, um sie dann hormonell zu kastrieren. Jedoch ist dies eine sehr hohe hormonelle und körperliche Belastung für die Fähe und sollte nicht leichtfertig angewandt werden. Es wäre über eine operative Kastration nachzudenken, trotz des jungen Alters.
Fähen sind nach Setzung des Chips noch 6-8 Wochen aufnahmefähig.
Eine Schwellung der Vulva kann auftreten (teilweise über wenige Stunden), jedoch sollte diese nach spätestens 4 Wochen zurück gehen.
Bei Fähen ist der Chip nicht als Dauermedikament geeignet und vom Hersteller auch nicht zugelassen. Er kann dort Symptome einer Gebärmutterentzündung verdecken, oder diese begünstigen. Deshalb sollten sie ein Jahr nach Setzung des Chips operativ kastriert werden.

Ob der Chip eine Auswirkung auf die Fruchtbarkeit der Tiere hat, ist vom Hersteller nicht erforscht.
In einigen Internetseiten von Hunde- und Katzenzüchtern wird jedoch berichtet, dass ihre Zuchttiere keinerlei Einschränkungen in der Fruchtbarkeit hätten nach Nachlassen des Chips (ohne Gewähr). Dieser wird den Zuchttieren meist in die Bauchnabelregion implantiert, um ihn bei Bedarf zu entfernen. Ein eindeutiges Nachlassen des Chips kann nur mittels eines Bluttestes (Hormon Testosteron) herausgefunden werden. Zudem kann man die Fruchtbarkeit der Spermien prüfen lassen.

Das Argument, dass Frettchen, die operativ kastriert werden, eher an einem Nebennierentumor (NNT) erkranken, ist richtig. Jedoch kann ein NNT mit eben diesem Chip dann auch behandelt werden, sollte es dazu kommen (mehr dazu unter Krankheiten).

 
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