Frettchenhilfe im Allgäu

ERNÄHRUNG


Rohfleischfütterung, Fluch oder Segen?

Wenn falsche Rohfleischfütterung krank macht - Rohfleisch? Ja!, aber richtig...

(06.01.2021)

Seit 2017 sind wir ein eingetragenes Tierheim für Frettchen. Seit 2014 betreiben wir eine
Frettchenhilfe. In dieser Zeit haben hunderte Frettchen durch uns ein neues Zuhause
gefunden, oder sind aufgrund Krankheit oder Alter dauerhaft in unser Senioren-/Pflegeheim
gezogen. 40 bis 50 Tiere werden jedes Jahr von uns vermittelt.

Durch all diese Tiere durften wir sehr viele Erfahrungen sammeln. In
Zusammenarbeit mit Frettchenspezialistin Frau Dr. vet. Anita Schernthaner ist uns bei einigen Pflegetieren aufgefallen, dass viele die Rohfleischfütterung nicht gut vertragen.
Gerade alte oder kranke Tiere, denen in ihrem vorherigen Leben nie Fleisch gefüttert wurde,
reagierten oft mit Durchfall und Darmentzündungen durch Keim/Bakterienbefall (z.Bsp. Chlostridien). Auch Probleme mit den Nieren oder der Bauchspeicheldrüse haben uns Sorge bereitet.
Wir haben uns zusammen mit der Frettchenhilfe „Frettchenvilla Sternenglanz“ (Leitung Carmen Korger) und Frau Dr. vet. Schernthaner auf die Suche nach dem Grund gemacht und wie wir es in Zukunft vermeiden können, dass unsere Tiere krank werden.

Zwischen der Fütterung mit rohem Fleisch und Trocken/Nassfutter gibt es gravierende Unterschiede. Trocken/Nassfutter wird industriell verarbeitet und gekocht. Beim Kochvorgang werden die enthaltenen Eiweiße verändert, Keime, Bakterien und Viren werden abgetötet, dadurch kann das Futter meist leichter verdaut werden.  
Es gehen aber auch wasserlösliche Vitamine und Enzyme verloren, die nicht hitzeresistent sind und werden dann nachträglich künstlich mit Mineralpräparaten wieder zugeführt. Das ist auch der Grund warum Frettchen mit roher Fleischfütterung viel länger satt sind und ihren Blutzucker länger halten können als mit Trocken/-Nassfutter.
Bei falsch ausgelegter Fleischfütterung können vormals gesunde Frettchen sehr krank werden. Eine gestörte Darmflora, geschwächte Bauchspeicheldrüse, Niereninsuffizienz und nicht selten Gastritis sind die Folge von zu viel Proteinen.
Frettchen benötigen für das Verdauen von rohem Fleisch mehr Magensäure als für gekochtes. Ist das Frettchen also ein Leben lang nur Nass-/Trockenfutter gewohnt, produziert es oft zu wenig Magensäure für die Verdauung von Rohfleisch. Gerade bei Geflügel gelangen im Verlauf der Schlachtung und des Abpackens Keime und Bakterien (z.Bsp. Chlostridien) auf die Oberfläche des Fleisches. Diese können bei geschwächten Tieren zu schwerwiegenden Darmerkrankungen führen.
Eine Futterumstellung muss daher äußerst langsam und sehr gewissenhaft durchgeführt werden und dies auch nur, wenn das Tier gesund und fit ist.
Das heißt jedoch keinesfalls, dass man in jedem Fall nur noch Trocken/-Nassfutter füttern sollte! Eine reine Trockenfutter Fütterung begünstigt Harngries oder Nierenerkrankungen. Dieses ist, wie der Name schon sagt, trocken und entzieht dem Darm Wasser bei der Verdauung.
Zudem sind dort immer pflanzliche Bestandteile enthalten, diese sind wiederum schlecht für die Bauchspeicheldrüse der Frettchen.
Probleme mit der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) können ein Insulinom begünstigen (Entartung der Bauchspeicheldrüse), bei dem das Frettchen in ständigen Unterzucker fällt und ohne medikamentöse Behandlung verstirbt.
Nassfutter gibt es mittlerweile sehr hochwertig und ohne pflanzliche Zusätze, leider wird dadurch beim Frettchen sehr schnell Zahnstein gebildet. Auch sind in dem Futter Mineralpräparate künstlich zugeführt. Diese werden vom Körper nicht so gut aufgenommen, wie natürlich enthaltene Mineralien, daher wird dort häufig "überdosiert".

Was also tun?
Rohe Fleischfütterung ist die natürlichste Art der Fütterung, aber sollte auch richtig durchgeführt werden. Dazu eine kurze Erklärung der Rohfütterungsmöglichkeiten:

BARF: Biologisch Artgerechte Roh Fütterung
So wird die Fütterung genannt bei der reines Fleisch/Organe gefüttert wird, ohne Knochen oder Futtertiere.
Bei dieser Art der Fütterung muss penibel auf richtige Supplementierung geachtet werden, sonst kommt es zu Mangelerscheinungen. Auch ist das reine Füttern von Fleisch viel zu proteinreich und schlägt auf die Nieren. Man benötigt auch "Füllstoffe", die in der natürlichen Beute z.B. Haare, Federn... sind.

Franken-Prey: das Zusammenstellen eines Futtertieres
Dabei wird unter dem Vorbild eines Futtertieres, z.B. einer Maus, das Rohfutter zusammengestellt. Es muss ein bestimmter Anteil an Knochen, verschiedenen Organen, Sehnen, Knorpel und Muskelfleisch von verschiedenen Tierarten enthalten sein.

Whole Prey: reine Futtertierfütterung
Dabei werden verschiedene Futtertiere wie z.B. Mäuse, Ratten, Hamster, Kaninchen, Wachteln, Hühner, Tauben etc. komplett und roh gefüttert.

Oft wird leider nur reines Muskelfleisch gefüttert, nicht richtig supplementiert und die Tiere leiden dann unter Mangelerscheinungen. Schon oft haben wir Tiere aufgenommen, auf deren Röntgenbild die Knochen sehr glasig dargestellt wurden (Kalziummangel).
Kalziummangel führt nicht nur zu Skelettschäden, sondern kann auch Schäden an Organen begünstigen.

Auch bei einem zu hohen Anteil an Proteinen kann es zu verdickten Lymphknoten, oder Nierenproblemen kommen.
Es reicht nicht aus, nur ein fertig gemischtes Pulver über das Fleisch zu streuen und zu hoffen, dass es dann schon passt.
Es muss penibel der Bedarf der Tiere ausgerechnet werden. Tut man das nicht, riskiert man die Gesundheit seiner Tiere.

Oft hören wir: "...aber meine Tiere mögen keine Knochen...sie mögen keine Futtertiere".
Auch Aussagen, wie: oh nein, so süße Mäuschen oder Küken kann ich nicht füttern, das bringe ich nicht übers Herz. 
Ihnen deshalb aber nur Muskelfleisch zu füttern, ohne richtig zu supplementieren ist unverantwortlich!

Man sollte es sich nicht zu einfach machen, sondern sich eingehend mit der Materie befassen. Es gibt gute Möglichkeiten seine gesunden Tiere umzugewöhnen, jedoch alles mit Bedacht. Eine sehr informative Seite hierzu ist z.B   https://www.katzen-fieber.de

Wir haben nachfolgend eine Fütterungsempfehlung erstellt, wie wir persönlich Frettchen füttern würden, um Mangelerscheinungen, Darmentzündungen und Probleme mit der Bauchspeicheldrüse etc. zu vermeiden (ganz klar handelt es sich hier um persönliche Empfehlungen und Erfahrungen und keine offizielle Studie):

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Bei alten/kranken Tieren, die Fleisch/Futtertiere partout nicht fressen wollen, nicht kennen, oder schlecht auf Fleisch reagieren, setzen wir auf "einen alten Baum verpflanzt man nicht". Es ist kontraproduktiv, ein altes oder krankes Tier mit Gewalt an Fleisch zu gewöhnen und dabei eine Darmentzündung, Pankreatitis, oder sogar Nierenschäden zu riskieren.
Man sollte weiterhin Nass/-Trockenfutter (sehr hochwertig) füttern, zusätzlich können Fleisch und Futtertiere angeboten werden; wenn dies angenommen wird, muss auf ein nicht zu hohes Maß geachtet werden. Des Weiteren muss gut beobachtet werden, wie das Tier darauf reagiert!
Wir brühen das rohe Fleisch kurz mit kochendem Wasser ab, um Keime auf der Fleischoberfläche abzutöten, so beugen wir Magen-Darmproblemen vor.

Als Trockenfutter verfüttern wir:
- Wildcat Etosha (92% Fleischanteil)
- Cat Fees Favorite
- Applaws (85% Fleischanteil)

Bei Nassfutter (keine pflanzlichen Bestandteile):
- Greenwoods Frettchen
- Catz Finefood Purrrr
- Animonda Carny

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Bei Tieren, die Fleisch vertragen/gewöhnt sind, empfehlen wir, nach dem Franken-Prey Modell zu füttern und zusätzlich Futtertiere, oder komplette, gewolfte
Futtertiere anzubieten. Denn Federn, Fell, etc. dienen als "Füllstoffe", so wird auch vermieden, dass der Proteinanteil im Futter zu hoch ist.
Für Anfänger ist diese Fütterung gut umzusetzen, aber Voraussetzung ist hier, dass die Tiere alles fressen und auch Knochen annehmen.

Sollten die Frettchen partout keine Futtertiere, Knochen und Organe annehmen, sollte man den Tieren lieber ZUSÄTZLICH Nass/-Trockenfutter zur Verfügung stellen, um eine Mangelernährung oder Erkrankungen zu vermeiden.

Wir sind ganz sicher nicht für eine reine Fütterung mit Trocken-/Nassfutter.
Jedoch wenn die Tiere eine artgerechte Fütterung nicht annehmen, muss man eine Mangelernährung auf andere Weise vermeiden. Dasselbe gilt, wenn man sich nicht ausreichend mit dem Thema "richtig BARFen und Supplementieren" auskennt.

Nach dem Motto "Die Mischung machts" würden wir gesunde Frettchen wie folgt füttern:
- Franken-Prey Modell
+ mindestens 1-2x die Woche Futtertiere (Whole Prey)
+ Trockenfutter das immer frei zur Verfügung steht und
+ einmal die Woche Nassfutter füttern
So sehen wir das Risiko einer Mangelernährung am geringsten, auch für nicht ganz so versierte Halter beim Thema Rohfleischfütterung.

Immer wieder haben wir große Probleme, kranke Tiere mit Brei zu päppeln, wenn sie nur Fleisch kennen. Es ist nicht nur für die Tiere eine Qual, wenn man sie zwangsernähren muss. Frettchen, die Nassfutter kennen, sind da meistens unproblematisch. Fleischbrei aus rohem Fleisch ist in den meisten Fällen nicht für kranke Tiere geeignet, denn rohes Fleisch schlägt zusätzlich auf den Verdauungstrakt, die Nieren oder die Bauchspeicheldrüse, wenn die Tiere angeschlagen sind.

Frei zur Verfügung stehendes Trockenfutter ist im Sommer nicht verderblich, des Weiteren liefert es Mineralien und Vitamine, die im Muskelfleisch nicht enthalten sind. Auch gewährt es die Sicherheit, dass die Tiere immer einen Lückenfüller haben.

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Natürlich kann man als absoluter BARF-Profi auch auf Nass- oder Trockenfutter verzichten.
Dann Sollte man sich aber der oben genannten Punkte bewusst sein.

Hier z.B. unsere Empfehlung zur Fütterung:
(Uns ist bewusst, dass viele BARF-Verfechter das anders sehen, jedoch ist leider nicht jeder so versiert mit der richtigen Rohfleischfutterzusammenstellung und auch nicht jedes Frettchen frisst alles, daher muss man andere Wege gehen, um Mangelerscheinungen zu vermeiden)

80-85% Muskelfleisch (mit Sehnen, Knorpel)
- davon 10-15% Herz (Taurin)
5% Fisch thiaminasefrei (Omega 3)
10% Innereien
- davon die Hälfte Leber (Vitamin A)
- die andere Hälfte Niere, Milz, Hirn oder Lunge
5-10% reiner Knochen
(Gewolftes, Hälse, Gelenkabschnitte, Karkassen etc. zählen zur Hälfte als Knochen und zur Hälfte als Fleischanteil)

ca. 1% Blut fördert die Akzeptanz des Fleisches

Der Fettanteil des gesamten Fleisches sollte 20% nicht übersteigen oder unterschreiten. Bei sehr magerem Fleisch kann man noch Fett zufüttern.

Man muss mindestens 3 verschiedene Tierarten verfüttern (beutenahe Fleischsorten z.B. Geflügel, Kaninchen haben eine sehr gute Akzeptanz bei Frettchen).
+ mindestens ein bis zweimal die Woche ganze adulte Futtertiere wie Hase, Maus, Taube, Wachtel, Hamster, Ratte etc.
Ansonsten ganze gewolfte Tiere untermischen.
Jungtiere und Küken haben kein ausgereiftes Knochenskelett und sind deshalb nur "Leckerlies" und keinesfalls vollwertige Mahlzeiten, aber hervorragend als "Füllstoff" geeignet.

+ Zusätzlich einmal die Woche Nassfutter (reines Fleisch)
+ Sehr hochwertiges Trockenfutter, welches ständig zur Verfügung steht als "Snack".

Hier noch einige Anmerkungen zu den „Füllstoffen“, diese sind bei artgerechter Fütterung in Form von Federn und Haut samt Fell gegeben. Frisst ein Tier keine Futtertiere und verweigert auch Trockenfutter, kann eine reine Fleischfütterung fatale Folgen haben!

Wir haben sehr oft Beratungsgespräche, in denen wir zu hören bekommen, dass die Frettchen ausschließlich mit Hühnchen-, Putenbrust und Vitaminpaste ernährt werden. Dazu oftmals Obst und Gemüse. Wenn dann noch Katzenmilch oder Katzenpudding im Spiel sind, hat das fatale Folgen für die Bauspeicheldrüse und die Verdauung. Die Folge sind schlimme Durchfälle und oftmals Nierenprobleme. Die meisten der Hilfesuchenden sind froh, wenn wir ihnen helfen und sie gemeinsam mit uns die Ernährung ihrer Frettchen auf ein gesundes Niveau bringen.

Lassen die Nieren in ihrer Funktion nach, bemerkt man dies erst relativ spät. Erst wenn 70% der Nephrone, der sog. Baueinheiten der Nieren, ausgefallen sind, zeigen sich die ersten Symptome. Da die Nieren den Harn nicht mehr so gut konzentrieren können, trinken die Tiere vermehrt und haben dementsprechend einen häufigen Harnabsatz. Darüber hinaus sammeln sich Abfallprodukte im Blutkreislauf, wie z.B. Harnstoff (Urämie).
Es kommt zu Mundgeruch, Entzündungen der Maulschleimhaut sowie Übelkeit und Erbrechen. Weitere Symptome sind infolgedessen Appetitmangel, Gewichtsverlust und Austrocknung. In manchen Fällen entsteht eine Blutarmut, die an den weißen Schleimhäuten der Frettchen sichtbar wird. Oft ist der schlechte Allgemeinzustand der Frettchen auch an ihrem struppigen Fell und schuppiger Haut zu erkennen. Besonders die Qualität der Proteine ist für die Ernährung eines Frettchens mit chronischer Niereninsuffizienz (CNI) sehr wichtig. Nicht zu vergessen ist bei einer BARF-Fütterung der Kalium-Zusatz oft unangemessen, woraus ein exorbitant hoher Anteil von Frettchen mit Herzproblematiken resultiert. 

Gerade bei kranken und alten, sowie Tieren, die weder Futtertiere noch Trockenfutter annehmen, haben wir uns ein alternatives Füllstoff- Konzept überlegt. 
Getreide darf auf keinen Fall ins Frettchen, aber Basmatireis (ohne Duftstoffe), allerdings nur, wenn dieser mindestens 40 Minuten gekocht wird. Wir kochen ihn sogar 50 Minuten in viel Wasser. Durch den langen Kochvorgang wird die Stärke gebrochen (gespalten), aus diesem Grund ist sie ungefährlich für die Bauchspeicheldrüse.
Damit wir diesen nicht täglich frisch zubereiten müssen, kochen wir größere Mengen. Nach der Kochzeit pürieren wir den Brei und füllen ihn nach dem Erkalten in Gefrierbeutel. Wir füllen nur so viel ein, dass wir die Menge plattdrücken können (ca. 2 bis 3 cm). Wenn diese Platten gefroren sind, schlagen wir mit dem Hammer ein paarmal darauf und könne so den täglichen Bedarf in kleinen Stücken entnehmen. (Aufgetaut hält der Reis 2 Tage im Kühlschrank.)
Den Reis mischen wir in Fleischbrei (1/3 gekochtes Huhn, 1/3 Hack vom Rind oder Pute und 1/3 hochwertiges Nassfutter).
Auf 7 Esslöffel Fleischbrei kommt 1 Esslöffel von dem Reisbrei. Diese Mischung (mit warmem Wasser zu einer dicken Suppe verrührt) verfüttern wir 2 x die Woche an unsere Problemfrettchen.
Ich weise hier ausdrücklich darauf hin, dass die Zufütterung mit Reis nur bei Problemtieren angewandt werden sollte. Gerne berate ich Euch individuell per Telefon 08321/6929-551

Dieser Text wurde in Gemeinschaftsarbeit mit Katharina, Marina, Carmen und Anita Schernthaner und mir ausgearbeitet. Danke für die tolle Zusammenarbeit!

Herzliche Grüße und allzeit gesunde Frettls
 Eure Bärbel



Ernährung

Frettchen sind obligate Carnivoren, d.h. reine Fleischfresser, und nichts anderes sollten sie auch bekommen.
Fleisch/ Futtertiere müssen JEDEN Tag ausgewogen, abwechslungsreich und ROH gefüttert werden.


Frettchen haben einen sehr kurzen Verdauungstrakt, so dass sie alle 4 Stunden etwas zu sich nehmen müssen. Sie haben keine Enzyme/Magen-Darmflora, um pflanzliche Zellwände zu spalten. Und mit dem hohen Kohlenhydratanteil pflanzlicher Kost kommt ihr Stoffwechsel nicht zurecht. Bekommen Frettchen trotzdem ungeeignete Nahrung, in der Obst, Gemüse, Getreide, Zucker, Stärke usw. enthalten sind, können sie Krankheiten wie z. B. ein Insulinom entwickeln (mehr dazu unter Krankheiten).

Die beste Ernährung besteht aus toten (Lebendfütterung ist in Deutschland verboten!) Futtertieren (gefroren zu erhalten im Zoofachhandel):
Mäuse, Ratten, Springer, Vielzitzenmäuse können täglich verfüttert werden. Eintagsküken (Küken wegen des Eidotters und des niedrigen Nährwertgehalts nur zweimal die Woche füttern).

Fleisch von
Huhn, Pute, Truthahn, Wachtel, Taube, Ente, Gans, Hase, Rind, Pferd, Ziege, Schaf, Wild
können jeden Tag gegeben werden. Dabei sollte aber nicht nur Brustfilet sondern Flügel, Schenkel, Hals, Herz und Magen auf dem Speiseplan stehen. (Filterorgane wie Leber und Niere nur einmal im Monat. Zu häufige Fütterung von Leber führt zu einem Vitamin A Überschuss)

Fisch kann ebenfalls verfüttert werden, jedoch bei häufiger Fütterung (2x die Woche) sollte auf  Thiaminase-freie Fische zurück gegriffen werden (Thiaminase zerstört das im Körper enthaltene Vitamin B1 und begünstigt Mangelerscheinungen):

Süßwasserfische
Aal, Bachforelle, Seeforelle, Regenbogenforelle,  amerikanischer Flussbarsch  / Flussbarsch / Schwarzbarsch, Hecht

Salzwasserfische
Dorsch, Heilbutt, Seelachs / Köhler, Lachs / Salm, Makrele, Meeräsche, Dorade / Meerbrasse, Rotbarsch, Scholle, Seehecht / Meerhecht, Silberlachs, Kabeljau Schellfisch, Seezunge, Sprotte, Rochen, Pangasius

Auf keinen Fall dürfen rohes Schwein oder Wildschwein gefüttert werden
. Dieses enthält den für Frettchen tödlichen Aujeszky-Virus . Bei über 100℃ gar gekocht müsste dieser eigentlich abgetötet werden, jedoch besteht ein Restrisiko, das nicht eingegangen werden sollte.

Trockenfutter
Viele Frettchenhalter BARFen (Biologisch Artgerechte Roh Fütterung) mittlerweile komplett, ohne Trockenfutter. Jedoch muss man hier mindestens zweimal am Tag füttern, da die Frettchen ständig Fleisch zur Verfügung haben müssen und es nicht verderben soll.
Reine Trockenfutter Fütterung ist extrem ungesund, da Frettchen zu Nierenproblemen neigen und in Trockenfutter, wie der Name schon sagt, kein Wasser enthalten ist.
Trockenfutter sollte lediglich als "Lückenfüller" zur Verfügung stehen, wenn das Fleisch schon gefressen ist und die nächste Fütterung noch bevor steht. Es gibt mittlerweile recht gute Trockenfuttersorten für Frettchen, aber auch hochwertiges Katzentrockenfutter eignet sich hierfür. Wichtig ist, dass viele Sorten angeboten oder gemischt werden, besonders im Welpenalter. Sonst werden die Wusel zu "Futterspezialisten" und fressen nur noch eine Sorte.

Dabei sollte auf folgendes geachtet werden:
Fleischgehalt: >80%
Rofettghalt: >20%
Rohprotein: >40%
Taurin: >3000mg/kg
Kohlenhydratgehalt: <10%

Folgende Sorten sind geeignet (nach Hochwertigkeit geordnet):Wildcat Etosha (Pet’s Premium)

  • Frettchen4you Revolution (Frettchen4you Online-Shop)
  • Applaws Huhn&Lachs (Pet's Premium)
  • Power of Nature Natural Cat Meadowland (Cat's County)
  • Power of Nature Natural Cat I Cat Fees Favorite (Cat's Country)
  • Frettchen4you FERRETastik (Frettchen4you Online-Shop)
  • Orijen Huhn Cat & Kitten (Zooplus)
  • Porta 21 Feline Finest Sensible (Pet’s Premium)
  • Nutrivet Cat and Kitten Regional Farm Chicken (Zooplus)
  • Real Nature Wilderness Kitten Huhn & Fisch (Fressnapf)
  • Visán Optima Ferret (Zooplus)

Nassfutter
Wenn der Dosi mal vergessen hat, die Futtertiere und das Fleisch aufzutauen, kann hochwertiges Nassfutter gegeben werden. Eine stetige Nassfutter Fütterung begünstigt Zahnstein (mehr dazu unter Krankheiten). Dabei sollte wieder auf die Zusammensetzung geachtet werden. Ideal ist, wenn keine anderen Inhaltsstoffe als Fleisch enthalten sind.

Folgende Sorten sind geeignet:

  • Frettchen4you Meat-Love Chicken
  • Frettchen4you Meat-Live Calf and Turkey
  • Greenwoods Nassfutter für Frettchen Huhn
  • Greenwoods Nassfutter für Frettchen Rind & Huhn
  • Catz Finefood Purrrr Huhn

Leckerlies
Gimpet-Pasten für Katzen sind besonders beliebt bei Frettchen.
Es gibt sie in den Sorten:

  • Vitamin
  • Malz
  • Taurin

Leider enthalten sie von Natur aus pflanzliche Bestandteile=Zucker und dieser ist reines Gift für Frettchen. Deshalb sollte damit äußerst sparsam umgegangen werden und nur bei Tierarztbesuchen, Krallenschneiden oder Ohren reinigen zum Einsatz kommen (mehr dazu unter Pflege/Impfen/Chippen/Kastrieren).
Mittlerweile gibt es auch Lachs oder Fleischpasten, dort sollte auch auf die Zusammensetzung geachtet werden.
Manche Halter mischen ihre Pasten selbst mit gewolftem Fleisch und Eigelb. Jedoch sollten diese im Kühlschrank aufbewahrt werden und die Haltbarkeit ist nur von kurzer Dauer.

Trockenfleisch für Hunde oder Katzen wird gerne als Leckerchen genommen und kann bedenkenlos verfüttert werden. Hierbei sollte wieder auf die Zusammensetzung geachtet werden, das Fleisch sollte keine weiteren Zusätze enthalten.

  • Schmackofatz (Frettchen4you)
  • Vitakraft Hähnchenstreifen/Magen
  • Rinti Chicko
  • Lachspaste


Mit einem Dörrautomaten können die Leckerchen auch selbst hergestellt werden.
Ei wird immer wieder gerne genommen. Egal ob Huhn, Ente oder Wachtel.
Achtung: rohes Eiweiß enthält Adivin, dieses bindet das für Frettchen lebenswichtige Biotin (Vitamin H) und verhindert dessen Resorption im Darm (in dieser Mahlzeit). Deshalb sollte man rohes Eiklar nicht gemeinsam mit anderem Futter geben. Gekocht wird das Adivin zerstört. Zudem fördert rohes Eiweiß Durchfall.

Nahrungsergänzungsmittel
Manche Frettchen weigern sich einfach Futtertiere anzunehmen und fressen nur Fleisch ohne Knochen. Damit keine Mangelerscheinungen auftreten hilft es, Knochenmehl über das Futter zu streuen.

  • Zoobedarf-Hitzegrad Carni-Zoo für Katzen
  • Felini Complete
  • Knochenmehl

Das Ganze sollte jedoch gut durchdacht und ausgerechnet werden, denn wenn die Menge und Zusammensetzung nicht beachtet wird kann es auch hier zu Mangelerscheinungen kommen

Wasser
Wie erwähnt neigen Frettchen zu Nierenproblemen. Deshalb sollte immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen. Große schwere Näpfe oder im Sommer ein seichter Pool sind sehr beliebt. Frettchen plantschen und spielen meist mit dem Wasser bevor sie es trinken. Ein Trinkbrunnen (z.B. Lucky Kitty) kann als Anregung angeboten werden. Auf gar keinen Fall Nippeltränken verwenden! Diese führen zu Haltungs- und Zahnschäden, zudem nehmen die Frettchen zu wenig Flüssigkeit auf. Bitte keine Milch oder Katzenmilch geben, das löst bei Frettchen schlimmen Durchfall aus.


Futterumstellung

Welpen eines verantwortungsvollen Züchters fressen normalerweise alles, da sie früh genug abwechslungsreich gefüttert wurden. Bei Welpen aus Vermehrungen oder Abgabetieren ist dies manchmal nicht der Fall. Natürlich sollte das minderwertige Futter aus Gesundheitsgründen nicht weiter verfüttert werden. Frettchen sind sehr eigen was Futter angeht. Frei nach dem Motto "Was der Bauer nicht kennt frisst er nicht". Deshalb braucht man ein längeres Durchhaltevermögen als sie. Es muss eine langsame Umstellung passieren. Radikal geht meist nicht und sie verweigern das Futter.

Trockenfutter
Das neue hochwertige Futter langsam unter das alte mischen und stetig die Mischung auf das Hochwertige erhöhen. Wird das "neue" Futter aussortiert, beide Trockenfutter mit Wasser einweichen und zu einem Brei verdrücken. Leckerchen darunter mischen, die ihnen schmecken wie z. B Ei, Paste, Hipp Babybrei Bio Huhn oder Rind, Gewolftes.
Dran bleiben!

Fleisch
Nicht jedes Frettchen mag auch jedes Fleisch. Besonders beliebt sind aber Geflügel und Kaninchen. Das Fleisch wolfen und mit beliebten Leckereien wie z. B Paste, Ei, Hipp Babybrei Bio Huhn oder Rind vermischen. Auch aus der Hand geben und der bekannte Futterneid helfen dabei. Gewolftes Fleisch mit warmem Wasser verrührt wird anfangs sehr gut angenommen. Das Futter nicht nur hinstellen, anfangs mit dem Finger oder einem Plastiklöffel ins Mäulchen schmieren, so kommen die Tiere auf den Geschmack.
Bei Futtertieren und Fleisch mit Knochen ist es meist schwieriger. Futtertiere z.B. aufschneiden, an eine Katzenangel zum Spielen hängen, mit Paste und Ei oder Blut beschmieren.

Achtung: Frettchen dürfen keine Essensreste bekommen. Alleine schon wegen des Salzgehaltes!
Frettchen reagieren sehr empfindlich. Fütterungsfehler können schnell zu schwerwiegenden Erkrankungen führen, die das Frettchen mit einem frühen Tod bezahlt.

 
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